Auswirkungen erworbener Hirnschäden und positive Gegenwirkungen

  1. Auswirkungen erworbener Hirnschäden
  2. positive Auswirkungen sozialer Netzwerke

Auswirkungen „erworbener Hirnschäden“

Eine Hirnschädigung trifft den Menschen immer unvorbereitet und plötzlich.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich das Leben aufgrund eines Schlaganfalls, schweren Schädel-Hirn-Traumas oder der Diagnose eines Hirntumors.

Allein im Vogtlandkreis sind pro Jahr rund 1200 Menschen betroffen, darunter auch immer mehr junge Menschen.

Eine erworbene körperliche Einschränkung wird erlebt, der Umgang muss gelernt und in der Realität erprobt werden können, um ein neues Selbstverständnis und neue Lebensperspektiven entwickeln zu können

Regelmäßige soziale Kontakte außerhalb des medizinisch-therapeutischen Umfeldes sind dafür enorm wichtig.

Zudem ist nicht nur die hirngeschädigte Person betroffen, sondern die Erkrankung hat ebenso weitreichende Folgen für die Familie und das Lebensumfeld des Betroffenen.

Bereits in der Akutphase der Hirnschädigung treten bei den Angehörigen viele Fragen auf, die auch durch Mediziner oder Fachkräfte der klinischen Sozialdienste nicht immer ausreichend beantwortet werden können.

Ebenso bedarf es auch einer langfristigen Sensibilisierung der regionalen Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit erworbenen Hirnschäden und daraus resultierenden Behinderungen, besonders im Hinblick auf die demographischen Veränderungen in der Region.


Einsamkeit gefährdet die Gesundheit. Wer dagegen auf ein gut funktionierendes soziales Netzwerk zurückgreifen kann, lebt nicht nur gesünder, sondern hat auch eine höhere Lebenserwartung.

Autor: Maike Niet

Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dr. Danilo Bzdok

Veröffentlicht: 19.08.2016

Bei dem Begriff “soziale Netzwerke” denken heute die meisten an Facebook und Co.
Ursprünglich stammt der Begriff “Netzwerk” aus der Soziologie und beschreibt die Beziehungen zwischen Personen und Gruppen durch ihre sozialen Beziehungen.
Bei den Personen kann es sich etwa um nahestehende Verwandte handeln oder um Menschen, die Unterstützung geben und mit denen man regelmäßig Kontakt hat.
Wissenschaftler unterscheiden zudem zwischen starken und schwachen Bindungen. Starke Bindungen bestehen etwa zwischen Geschwistern. Schwache Beziehungen sind weniger starr und dauerhaft, dafür aber „beweglicher“.

Welche Auswirkungen solche sozialen Netzwerke auf die Gesundheit und die Lebenserwartung des Menschen haben, erforscht am Institut für Psychologie der Fernuni Hagen seit vielen Jahren Dr. Horst Heidbrink.

Die wohl wichtigste Funktion, die ein funktionierendes Netzwerk übernimmt, ist die soziale Unterstützung. Die Einbindung in soziale Netzwerke reduziert nachweislich die Häufigkeit von Herz-​Kreislauf-​Erkrankungen.

Chronisch kranke Menschen können sich besser mit ihrer Situation im Alltag arrangieren, depressive Störungen treten seltener auf und werden schneller überwunden.

Ob Partner, Freunde, Verwandte, Kinder, Arbeitskollegen oder Nachbarn – wer ein gutes soziales Netzwerk hat, kann sich also glücklich schätzen, denn soziale Beziehungen scheinen eine wahre Oase für Kraft und Gesundheit zu sein.

Heidbrink: “Wenn ich zufrieden bin, wirken bestimmte Hormone positiv auf mich. Höhere Werte von Oxytocin oder Dopamin sorgen für einen entspannten Zustand und dadurch vermutlich auch für bessere Heilungskräfte, als wenn ich unter Stress stehe.”


Das soziale Netzwerk vergrößern

Menschen mit und ohne Einschränkungen können ihr soziales Netzwerk nur vergrößern, wenn die Barrieren zwischen ihnen und zwischen anderen Menschen niedrig gehalten werden.
Generell ist es so, dass Menschen ihr soziales Netzwerk nur über den Weg der Teilhabe an der Gesellschaft vergrößern können.

Was einfach heißt, sie treten mit anderen Menschen zu irgendeinem Zweck in Transaktion. Sie machen etwas zusammen.

Sobald einer dieser Menschen jedoch eine körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigung hat, die ihn in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindert, wird diese ganze Gruppe an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft gehindert.

Die Lösung hieße Barrierefreiheit.

§ 4 BGG Barrierefreiheit
Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Unter dem Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden sämtliche Erkrankungen des Herzens und des Blutkreislaufs wie Bluthochdruck, Arteriosklerose oder Herzrhythmusstörungen zusammengefasst.

Und damit auch einige der wichtigsten Risikofaktoren von Schlaganfällen und Hirnblutungen.

und

Soziale Ausgrenzung wirkt womöglich wie ein Schmerz auf unser Gehirn.