Zur Sache Hirnschädigug

Eine Hirnschädigung trifft den Menschen immer unvorbereitet und plötzlich.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich das Leben aufgrund eines Schlaganfalls, schweren Schädel-Hirn-Traumas oder der Diagnose eines Hirntumors.

Allein im Vogtland sind pro Jahr rund 1200 Menschen betroffen, darunter auch immer mehr junge Menschen.

Eine erworbene körperliche Einschränkung wird erlebt, der Umgang muss gelernt und in der Realität erprobt werden können, um ein neues Selbstverständnis und neue Lebensperspektiven entwickeln zu können

Regelmäßige soziale Kontakte außerhalb des medizinisch-therapeutischen Umfeldes sind dafür enorm wichtig.

Zudem ist nicht nur die hirngeschädigte Person betroffen, sondern die Erkrankung hat ebenso weitreichende Folgen für die Familie und das Lebensumfeld des Betroffenen. Bereits in der Akutphase der Hirnschädigung treten bei den Angehörigen viele Fragen auf, die auch durch Mediziner oder Fachkräfte der klinischen Sozialdienste nicht immer ausreichend beantwortet werden können.

Daher benötigen auch Angehörige langfristige Unterstützung und einen neutralen Ansprechpartner bei der Bewältigung der neuen Lebenssituation.

Ebenso bedarf es auch einer langfristigen Sensibilisierung der regionalen Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit erworbenen Hirnschädigung und Behinderung besonders im Hinblick auf die demographischen Veränderungen in der Region.

Ein weiterer Bereich betrifft die Wahrnehmung.

Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Nur wie stellt sich das verarbeitet durch das Gehirn dar. Wir haben es ja oft damit zu tun, dass Teile dessen Beschädigt sind.

Die Wahrnehmung ist die Fähigkeit, Information aufzunehmen, zu verarbeiten und ihnen Sinn zu verleihen. Der kognitive Prozess macht es möglich, die Umwelt über die Reize, die durch die Sinnesorgane aufgenommen werden, zu interpretieren.
Diese grundlegende kognitive Fähigkeit ist im Alltag sehr wichtig, denn dadurch können wir unsere Umgebung verstehen.

Häufig erleben Menschen mit erworbener Hirnschädigung ihre eigene Persönlichkeit wie einen zerschlagenen Spiegel. Sie schauen hinein und erkennen sich selbst nicht wieder. Wut, Ärger, Enttäuschung, Verunsicherung, nicht wahr haben wollen, sich aufbäumen, depressiv oder aggressiv werden … Die Bandbreite der Krankheitsverarbeitung und die Komplexität möglicher
Probleme erscheint unendlich groß.
Mit der Verletzung und Schädigung des Gehirns ist nämlich die zentrale Instanz betroffen, in dem alle menschlichen Eigenschaften, wie Persönlichkeit und Ich-Erleben, Fähigkeiten,Selbstreflexion, Genuss, Schmerz, Liebesfähigkeit, Denken, Fühlen, Empfinden, Intelligenz,Wissen, Gedächtnis, Pläne-schmieden- Können usw. verankert sind. „Bin ich jetzt ein ‚Depp‘geworden“? Nicht selten steckt diese Angst ganz tief in den betroffenenMenschen: Wer bin ich jetzt?

(Susanne Haug
Akademie Schönbrunn 2016)

Diese Fakten werfen tausende Fragen auf.

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