Vortrag im Bildungszentrum am Helios Vogtland-Klinikum Plauen

Vortrag im Bildungszentrum am Helios Vogtland-Klinikum Plauen

14. Mai 2019 Aktuell Bildung Teilhabeberatung Vereinsleben 0
2019_05_14 Vortrag ges VITAL e.V. im Helios Bildungscenter

14.Mai 2019

Schon traditionell waren wir heut bei angehenden Krankenschwestern und Krankenpflegern des Helios Bildungszentrums.
Der Vortrag drehte sich um die sozialen Folgen eines Schlaganfalls. Das ist ein sehr komplexes Thema.
Wir, das sind Ilona Lippold sie hatte vor 34 Jahren einen Schlaganfall. Frank Marquardt hatte vor 9 Jahren einen Schlaganfall. Ich, Steffen Marquardt hatte vor 15 Jahren eine Stammhirnblutung und mit Frank nur den gleichen Nachnamen. Und Franziska Borck, eine der Mitarbeiterinnen des VITAL e.V.

Das Thema war aber deshalb so komplex weil es nicht etwa um den Schlaganfall schlechthin ging sondern um die erworbene Hirnschädigung zu der Schlaganfall, Schädel.- Hirn.- Trauma und Hirntumor, sondern wir noch verschiedene degenerative Krankheiten wie Multiple Sklerose und das Guillain-Barré-Syndrom rechnen.
Bei all den Krankheiten  kann für den Betroffenen nur eins am wichtigsten sein:

Wie lebt er mit dem gegenwärtigen Stand der Einschränkung.

Wie lebt er selbstständige Teilhabe

  • Mobilität
  • Wahrnehmung
  • Kommunikation
  • selbstbestimmte Lebensführung 
  • Mitsprache bis zur gesellschaftlichen Mitbestimmung

Der Mensch ist ein soziales Wesen

Er besitzt Bewusstsein. Er ist angewiesen auf das Zusammenagieren mit anderen Menschen. Und er ist lernfähig.

Er muss zusammen mit seinem ganzen Umfeld lernen Entscheidende Beeinträchtigungen wie:

  • Störungen im Kurz- und / oder Langzeitgedächtnis
  • chronische Schmerzen
  • Motorische Störungen
  • Störungen bei Lesen, Schreiben, Rechnen
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Motivationsschwierigkeiten
  • Allgemeine Verlangsamung
    (Zeit hat eine neue Bedeutung)
  • Konzentrationsstörungen

zu begegnen.

Auf diese Beeinträchtigungen müssen objektiv alle eingehen, die mit dem Betroffenen zu tun haben.
Vor allem Zeit hat eine neue Bedeutung für den Betroffenen, denn es ist keine Frage: Er gibt für alles den Rhythmus vor, denn er kann nicht schneller.

Der Vortrag ging noch wesentlich weitere Wege.

Er endete damit, dass der Patient sich auf vieles Neues einstellen muss.
In den Beziehungen zu Anderen Menschen

  • Er findet einen neuen Platz innerhalb der Familie. (Nicht als der arme, bedauernswerte, sondern mit neuer aktiver Rolle)
  • neue Freunde
  • neue Bekanntschaften

Er findet neue Lebensziele, angepasst auf neuen Lebensabschnitt

  • Aufgabe
  • Arbeit (wenn möglich)
  • usw.

Er findet neue Lebensbedingungen, angepasst auf neuen Lebensabschnitt

  • Wohnen
  • Akzeptanz von Hilfsmitteln und Assistenz
  • Pflegegrad (Einstufung nach Möglichkeiten der Teilhabe)
  • persönliches Budget
  • usw.

Das betrifft bei manchen Betroffenen fast alle Beziehungen zur Umwelt


Ziel ist die Heilung der Identität




Erst wenn sich von Hirnverletzung betroffene Menschen nicht mehr in einzelnen Teilen, sondern wieder in sich
zusammenhängend
erleben,
sich mit neuen, angemessenen
-Lebenszielen,
-Lebensbedingungen und
-Lebensrollen

identifizieren können, dann kann mit einer nachhaltigen Wiedereingliederung in die Gesellschaft und einer selbstbestimmten Teilhabe  gerechnet werden.
Ilona und Frank
Ilona und Frank

Dann waren Ilona und Frank dran.
Ilona, die zu DDR Zeiten einen Schlaganfall hatte erzählte von Zeiten als ihr Mann ihr die ersten Hilfsmittel geschnitzt hatte, doch später ging es dann etwas schneller aufwärts.
Heute fährt sie wieder Auto und sie leitet die Oelsnitzer Selbsthilfegruppe.

Frank erzählte in seiner art, dass einigen Krankenschwestern und Krankenpflegern das Schmunzeln ankam, davon wie er im Garten lag, von seiner Reha- Zeit und seiner Frau, die ihm den Rollstuhl wegnahm. Das war auch das Beste. Er musste laufen. Und noch Vieles mehr:

Zum Abschluss der zwei Stunden beantworteten wir noch einige Fragen:
Franziska Bork stellte dann noch den Verein und die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung vor. Deren Träger wir fü den Vogtlandkreis sind.


Wir danken Frau Göschel, die uns unermüdlich Jahr für Jahr einlädt und den Schülern für ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit.
Wir kommen gerne wieder.